Bertram Kober
Fotografie

Was wir vielleicht im alltaeglichen Katastrophendschungel des Fernsehens nicht mehr wahrnehmen, gerinnt in Bertram Kobers Fotografien zu nachhaltig wirkenden Chiffren. Das Alpha und Omega des Seins erscheinen nicht mehr als Lauf der Dinge, sondern als in Kauf genommene Tat … Wenn man vom menschlichen Tun mit all seinen Folgen spricht, liegt die Wahrheit manchmal eben doch zwischen Gartenzwerg und Griff nach den Sternen. Diese Relativierung ist keine Zuruecknahme irgendeiner anderen Aussage, denn man weiß auch, dass die heitere Idylle truegerisch ist. Es gibt keinen Ort mehr, an dem man sich aus dem Geschehen der Welt herausnehmen kann.

Dr. Peter Guth
Auszug aus: Nutz-Last. Fotografien von Bertram Kober. In: Mitteilungen Gohliser Schloesschen. 2000. Seite 4

Jesus Christus
der Weltenumarmer
in der Galerie im Schlösschen Naumburg

13.04.2024 – 30.06.2024

VERNISSAGE
13.04.2024 16:00

Im Rahmen des Naumburger Theaterspaziergang

Der Naumburger Theaterspaziergang wird ergänzt durch eine Ausstellung mit Arbeiten von Wilhelm Beindorf, Bertram Kober und Theresa Rothe in der Galerie im Schlösschen vom 13. April bis 30. Juni 2024.
Was kann eine Lehre, was kann eine Religion uns geben? Fragen nach Schuld und Sühne, Gewalt und Vergebung, Schönheit und Vergänglichkeit sowie die Suche nach dem „richtigen“ Weg im Leben bewegen uns nach wie vor.
Kann Mitgefühl und Barmherzigkeit das Leben des Einzelnen verändern?
Fotografische Spurensuche in den überlieferten Jesus-Darstellungen, skurril skulpturale Wesen und Nietzsches Zarathustra, dessen Anti-Lehre dazu aufruft, im Augenblick die Vollkommenheit der Welt zu entdecken, sind die Protagonisten dieser Ausstellung. Sie lädt die Besucher dazu ein, eigene Antworten auf diese Fragen zu finden.

Bertram Kober präsentiert seine über mehrere Jahre erarbeitete Fotoserie sogenannter Echthaar - Kruzifixe. Echthaar wurde häufig in der Skulpturenkunst südeuropäischer Länder wie Italien und Spanien verwendet. Es galt als probates Mittel, einen für den gläubigen Betrachter beeindruckend realistischen, bemitleidenswerten Ausdruck zu erzeugen.

 

TRANSMISSION
Fotografien von Bertram Kober

Kunsthalle Naumburg
Steinweg 28 Naumburg

14.04. bis 10.05.2024

VERNISSAGE
13.04.2024, 18:00 Uhr

 

 

Werke aus der Mappe "Kulpoche – Altäre der Privatheit" Fotografien von Bertram Kober

Sammlungspräsentation
in der Kunstkammer Gegenwart
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Residenzschloss

ab Dezember 2023

Die Kunstkammer Gegenwart ist ein neuer Ort für zeitgenössische Kunst an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Es ist ein Archiv der Gegenwart, ein Energiezentrum zeitgenössischer Kunst, das mit jährlich wechselnden Schwerpunkten Einblicke in die umfangreichen Schätze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gibt. Zu sehen sind vor allem Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann, aber auch aus dem Kupferstich-Kabinett, dem Kunstfonds und dem Albertinum. Die aktuelle Schau u.a. mit Werken von Christian Boltanski, Joseph Beuys, Peter Bux, Miriam Cahn, Jake & Dinos Chapman, Tracey Emin, Georg Herold, Eberhard Havekost, Candida Höfer, Nan Goldin, Janet Grau, Dieter Roth, Frank Stella etc. kreist ums Speichern, Erinnern und Verwandeln.

Der Künstler Bertram Kober spricht über sein Werk "Kulpoche - Altäre der Privatheit" in der Kunstkammer Gegenwart
Diese Aufnahmen gehören zur Mappe „Kulpoche – Altäre der Privatheit“. Sie enthält 35 Fotografien, die in den 1990er-Jahren in der sächsischen Provinz entstanden sind. Bertram Kober dokumentiert darin scheinbar Nebensächliches, das zugleich den Epochenbruch von 1989/90 dokumentiert. Seine Fotografien halten individuelle Spuren von Leben und Handlungen in öffentlichen Räumen fest. Es sind Orte, die im Laufe der Zeit verschwunden sind, doch Kobers Fotografien verhindern ihr Vergessen. Damit sind die Bilder speichernde Zeitkapseln und stehen für das, was Kober mit dem titelgebenden Kunstwort ausdrücken will: „Kulpoche“ – zusammengesetzt aus „Kultur“ und „Epoche“.

Offizin Andersen Nexö,
Grafischer Großbetrieb, Leipzig 1996

Clemens Meyer: Stäube

Drei Erzählungen und ein Nachsatz

Mit Fotografien von Bertram Kober

Am Weihnachtsabend kehrt ein Mann nach Hause zurück. Er verbringt einen letzten Abend mit seiner Mutter, bevor er sie in einem Altenheim unterbringen will. Ein verletzter Höhlenforscher sucht verzweifelt den Ausgang eines verlassenen Stollens. Und am Bahnhof einer deutschen Stadt wartet ein Mädchen mit ihren Freunden auf Touristen, um ihnen das zerstörte Haus bekannter rechtsradikaler Terroristen zu zeigen. In »Stäube« beweist Clemens Meyer einmal mehr sein großes Talent für bildstarke Erzählungen und schaut mit seinen drei Geschichten unter die bekannte Oberfläche, hinab in die Tiefe der Bergwerke, Ruinen und menschlichen Abgründe.

 

Stäube

Impressum
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Erscheinungstermin: 27.09.2023
128 Seiten
ISBN: 978-3-596-70942-7
Autor: Clemens Meyer

TIEFEN/LICHTER. Bildgedächtnis einer Stadt

30+3 Jahre Leipziger Fotoagentur punctum

VERNISSAGE
Montag, 11.09.2023, um 18:30 Uhr
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Haus Böttchergäßchen

Dauer: 12.9.2023 bis 25.2.2024

Die ausstellenden Fotografinnen und Fotografen sind: Bernd Cramer, Gerhard Gäbler, Peter Franke, Stefan Hoyer, Esther Hoyer, Harald Kirschner, Katia Klose, Bertram Kober, Olaf Martens, Arne Reimer, Hans-Christian Schink, Alexander Schmidt, Erasmus Schröter, Wolfgang G. Schröter, Albrecht Tübke und Wolfgang Zeyen

Das Stadtgeschichtliche Museum und die Fotografinnen und Fotografen der Leipziger Bildagentur Punctum schauen gemeinsam zurück auf 33 Jahre Agenturgeschichte und damit zugleich auf eine einschneidende Transformationszeit und einen in vielerlei Hinsicht atemberaubenden Stadtwandel. Handelt es sich doch um eine Zeit der erst schrumpfenden, dann wachsenden und sich dabei immer wieder häutenden Stadt Leipzig samt ihrer vielgestaltigen Akteure und Akteurinnen.

Besondere Einblicke gewährt dabei die Vielfalt der freien und Auftragsarbeiten, die die Agentur seit 1990 ausmachen. Ihre Gründung war zunächst eine schnelle Reaktion ostdeutscher Kreativschaffender auf die neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen nach der Wendezeit. Mit dem Namen Punctum verband sich jedoch von Beginn an zugleich ein Anspruch, der weit über die Anforderungen und zuweilen Zwänge einer reinen Dienstleistung hinausgeht. Im Sinne des Philosophen und Essayisten Roland Barthes bezeichnet jenes »punctum« das irritierende, erregende, ins Auge fallende Moment einer Fotografie – also das, was spontan Interesse am Bild weckt und es nachhaltig in Erinnerung bleiben lässt. Es ist insofern über die beeindruckende kollektive Leistungsschau einer Agentur hinaus der von Christoph Tannert in diesem Band kundig eingeordnete individuell-künstlerische Ansatz aller fotografierenden Beteiligten, die wir in diesem gemeinsamen Projekt würdigen und als facettenreiches Bildgedächtnis einer ganzen Stadt sichtbar machen. In mehrteiligen Serien und markanten Einzelwerken richtet sich der Blick dabei auf Leipzigs baulichen Wandel vor allem in den 1990er- und 2000er-Jahren, auf prägende Persönlichkeiten und charakteristische Außenseiter der Stadtgesellschaft sowie auf in das kollektive Gedächtnis eingegangene Großereignisse von der Massendemonstration bis zum Messeneubau.

Dem gewählten Titel Tiefen / Lichter ist dabei zum einen der zugleich unbestechliche wie empathische Blick dieser Fotografenriege eingeschrieben, der gerade den Wechsel von Glanzmomenten und Alltagsniederungen als Daseinsrhythmus und Themenspektrum einer lebendigen Stadt und Stadtgesellschaft ausmacht. Zugleich handelt es sich natürlich um eine Technik der Bildbearbeitung, die diese Kontraste bewusst sucht und präzise hervorhebend ausleuchtet.

In diesem Sinne möge der vorliegende Band Lust darauf machen, die Entwicklung Leipzigs in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten nochmals Revue passieren zu lassen und zugleich weiterhin mit aufmerksamem Blick ihre alten und neuen Schauplätze zu betrachten. Die in das Projekt Tiefen / Lichter eingegangenen Bildmomente machen dabei eindrücklich erlebbar, dass das zugleich familiär überschaubare wie weltstädtisch ausgerichtete Leipzig nicht nur ein höchst dankbares Betätigungsfeld für aufmerksame Bildchronisten, sondern seit langem eine erstrangige Stadt einer sowohl handwerklich fundierten wie künstlerisch ambitionierten und dabei meist sozial einfühlsamen Fotografie ist. Das wir diese faszinierende Chronistenarbeit zum Gegenstand einer ebenso erbestolzen wie kritischen Stadtgeschichte für heute und morgen machen, gehört zur Tradition unseres Museums dazu und ist doch Anlass der Freude und des Dankes gegenüber all jenen, die als Fotografinnen und Fotografen sowie von gestalterischer und verlegerischer Seite aus dieses Projekt möglich gemacht haben, dem wir von Herzen viele neugierige Augen und bereichernde Entdeckermomente wünschen.

Friederike Degner, Anselm Hartinger Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

 

einladung

Begleitbuch

begleitbuch

Impressum
Tiefen/Lichter - Bildgedächtnis einer Stadt
30+3 Jahre Leipziger Fotoagentur punctum

Herausgeber: Dr. Anselm Hartinger im Auftrag der Stadt Leipzig
Broschur
Format (B x H): 22,5 x 27,5 cm
144 Seiten
Hardcover, gebundene Ausgabe
Preis: 24 Euro
© 2023 by Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
© 2023 by Faber & Faber Verlag GmbH
ISBN 978-3-86730-254-8

Der große Schwof.
Feste feiern im Osten

Kunstsammlung Jena

VERNISSAGE:
Freitag, 30. Juni 2023, 19 Uhr
Die Eröffnung findet im Rathaus am Markt statt.

Dauer: 1. Juli bis 15. Oktober 2023

Feiern, Tanzen, Trinken: Zu allen Zeiten galt „Schwofen“ als willkommenes Ventil für aufgestaute Energien, die aus dem Diktat von Meinungen, Redeverboten, Diskreditierungen und einer Bevorteilung opportunistischer Verhaltensweisen erwachsen sind. Die Menschen trafen sich spontan und mehr oder weniger organisiert, in privaten oder inoffiziellen geselligen, oft eigens dafür geschaffenen Nischen. Jenseits der Zwänge des Alltags und verordneter Ideologie entzog sich dieses „andere“ Leben weitgehend offizieller Kontrolle und eröffnete wohltuende Freiräume.

Gezeigt werden nicht nur bekannte und oft reproduzierte Fotografien, sondern auch zahlreiche neue und unbekannte Werke, deren phänomenologischer oder künstlerischer Beitrag zur Ausstellung kaum geringer ist und oftmals in sehr private oder regionale Bereiche vordringt. Jenseits aller Klischees vom grauen Osten und tagtäglicher Überwachung zeigt die Ausstellung ein höchst überraschendes Stück Alltagskultur – lebendig, bunt und vielfältig.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Claus Bach, Tina Bara, Sibylle Bergemann, Christian Borchert, Christiane Eisler, Gerhard Ga¨bler, Wolfgang Gregor, Harald Hauswald, Bernd Hiepe, Harald Hirsch, Jürgen Hohmuth, Thomas Kläber, Eberhard Klöppel, Bertram Kober, Werner Lieberknecht, Ute Mahler, Werner Mahler, Olaf Martens, Roger Melis, Florian Merkel, Barbara Metselaar Berthold, Ludwig Rauch, Andreas Rost, Jens Rötzsch, Ludwig Schirmer, Erasmus Schröter, Wolfgang G. Schröter, Maria Sewcz, Gabriele Stötzer, Ines Thate-Keler, Gerhard Weber.

Die Ausstellung wird gemeinsam mit der Kuratorin Petra Göllnitz realisiert. Begleitend erscheint ein Katalog mit ca. 224 Seiten. Weitere Stationen der Schau werden das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) Cottbus/Frankfurt und die Kunsthalle Rostock sein.

 

Bertram Kober, „Kabarettgruppe mit absurden Spektakel“, Markranstädt, August 1989

Bertram Kober, „Kabarettgruppe mit absurden Spektakel“, Markranstädt, August 1989

Bertram Kober, „Kabarettgruppe mit absurden Spektakel“, Markranstädt, August 1989

Vergissmeinnicht – Museum der (un)entdeckten Erinnerungenn

Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Sonderausstellung im Schloss Hubertusburg, Wermsdorf

Dauer: 15. Mai bis 24. September 2023

Rund 80 Exponate unterschiedlicher Künstler aus den Sammlungen der SKD und ausgewählte Leihgaben fokussieren den Blick auf die entdeckten und unentdeckten Erinnerungen der einstigen Bewohner*innen des Gebäudes und die der Besucher*innen vor Ort.

Wie fühlen sich Erinnerungen an? Woran möchten wir uns erinnern? Wie werden Eindrücke verarbeitet und was brauchen wir, um uns erinnern zu können? Diese und andere Fragen stellt die Ausstellung in den historischen Räumen des Schlosses. Inspiration für Antworten bieten die präsentierten Objekte aus der Vergangenheit wie fragmentarische Patientenakten, Fotografien und Porzellanfiguren sowie Kunstwerke aus der Gegenwart. Auch die unterschiedlichen Facetten des Erinnerns werden durch verschiedene Exponate beleuchtet, darunter das Gemälde „Der Strom“ von Neo Rauch aus dem Kunstfonds der SKD, ein Gipsabguss der Lebendmaske Augusts des Starken aus der Rüstkammer und Arbeiten des Künstlers Félix González-Torres aus der Schenkung Sammlung Hoffmann. Persönliche Einblicke in individuelle Lebensgeschichten bieten unter anderem die Audio-Aufzeichnungen einer ehemaligen Patientin und einer ehemaligen Chefärztin aus der Psychiatrie Hubertusburg sowie von verschiedenen Wermsdorfer*innen. Die Dresdner Künstler David Campesino und Maks Pallas blicken in fünf Kurzfilmen auf die leerstehenden Schlossräume und die darin verborgenen Geschichten. Zum Verweilen und zum Reflektieren über eigene Erlebnisse und den Umgang mit Erinnerungen laden die „memory spaces“ in der Ausstellung ein.

Schloss Hubertusburg in Wermsdorf wurde ab 1721 im Auftrag von Kurfürst Friedrich August I. als Jagdschloss für seinen Sohn errichtet und von diesem zur königlichen Residenz ausgebaut. Der ausschweifende Traum des Rokoko dauerte nur wenige Jahre an. Danach wurde es unter anderem als Militärmagazin und Lazarett genutzt, seit Mitte des 19. Jahrhunderts beherbergte es eine Strafanstalt und später medizinische und pädagogische Einrichtungen.

 

Bertram Kober, 13 Fotografien aus der Mappe "Kulpoche – Altäre der Privatheit", 1983–1996

Diese Aufnahmen sind teil der Mappe "Kulpoche – Altäre der Privatheit", die 35 Fotografien versammelt, die zwischen 1983 und 1996 in der sächsischen Provinz entstanden. Kober dokumentiert darin scheinbar Nebensächliches. Das hier – ohne das der Künstler das voraussehen konnte – zugleich den Epochenbruch 1989/90 dokumentiert...
Silke Wagler"

Schulungsraum Lipanum, Leipzig 1994

Offizin Andersen Nexö,
Grafischer Großbetrieb, Leipzig 1996

BERTRAM KOBER

Aufstand der Dinge

im Deutschen Fotomuseum

VERNISSAGE:
10. Juli 2022, 17 Uhr

Bertram Kober beobachtet den Aufstand der Dinge, die sich nicht mehr fügen wollen, weil die allgegenwärtige Übergriffigkeit der Menschheit ihr Sein verletzt. Kobers Fotografien zeigen, was Viele nicht wahrhaben wollen: Je intensiver wir die Dinge nutzen, desto mehr entziehen sie sich der Verfügbarkeit.

Als Chronist des Welt-Verbrauchs, öffnet er uns die Augen dafür, daß die Dinge nicht grenzenlos unterdrückbar sind, daß ihre Ausbeutung nicht endlos fortgesetzt werden darf. Die Fotografien bezeugen auch, daß die geschundenen Dinge längst im Begriff sind, sich gegen ihre Unterdrücker zu erheben.

 

Fotoessay von Bertram Kober

in Clemens Meyer: Stäube. Drei Erzählungen und ein Nachsatz

Verlag Faber & Faber

Am 1.Oktober erscheint im Verlag Faber & Faber der neue Erzählband "Stäube" von Clemens Meyer mit einem Fotoessay von Bertram Kober. In drei Kurzgeschichten taucht Meyer hinab in Höhlen, Bergwerke und Abraume und zeigt, dass diese Sehnsuchtsorte auch mit Schmerz, Verlust und der Beschädigung der menschlichen Würde verbunden sein können.
Nicht die Erzählungen zu illustrieren, war Bertram Kobers Absicht, sondern der literarischen Stimme einen weiteren Echoraum zu geben.Die Fotografien untermauern die durch die Texte vermittelte Atmosphäre.

 

Grünes im Quadrat

Gärten vor der Linse – Die Gartenstadt Altenburg

Residenzschloss Altenburg

21.05. bis 3.10.2021

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Grünes im Quadrat“, zusammen mit dem Residenzschloss Altenburg, dem Naturkundemuseum Mauritianum und dem Museum Burg Posterstein, stellt das Lindenau-Museum von Mai bis Oktober mit „Gärten vor der Linse – Die Gartenstadt Altenburg“ Gärten des Adels und des Bürgertums vor. Dafür hat das Lindenau-Museum Fotografen eingeladen, die ihre heutige Sicht auf die Altenburger Gärten festgehalten haben. Die Arbeiten von Claus Bach, Margret Hoppe, Bertram Kober, Jörg Neumerkel, Carsten Schenker und Jens Paul Taubert werden historischen Ansichten gegenübergestellt.

 

Schlosspark Altenburg

WAS IST NATUR?
13.09.2020 – 22.08.2021
MUSEUM SINCLAIR-HAUS

Was ist Natur? Elementare Kräfte, die Leben ermöglichen oder auch zerstören? Unbebautes Land, Maisfelder, ein unendlich scheinendes Reservoir an Rohstoffen? Sich selbst überlassene Gebiete in Städten oder am Rand von Flughäfen? Eine trillernde Lerche über bunten Wiesen oder gentechnisch veränderte Organismen? Der Versuch, eine Antwort zu finden, wirft eher neue Fragen auf. Nur eines scheint sicher: Reden wir von Natur, reden wir immer vom Verhältnis des Menschen zur Welt. So fordert die Frage: „Was ist Natur?“ vor allem eine Auseinandersetzung mit uns selbst – mit unseren Vorstellungen von Schönheit, Lebendigkeit und Nutzen, mit unseren Werten und den Voraussetzungen, die menschlichen und nichtmenschlichen Wesen ein gutes Leben ermöglichen.

 

Carrara Nr. 01

INDUSTRIE ARCHITEKTUR IN SACHSEN
22.8. – 15.11.2020
KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU

Mit Fotografien von Bertram Kober und erläuternden Texten werden Bauten des Industriezeitalters, aber auch gelungene Sanierungs- und Nachnutzungskonzepte für die sächsische Industriearchitektur, insbesondere auch in Zwickau, vorgestellt. Ergänzt wird die Schau mit historischen Fotografien und Filmen aus der Arbeitswelt der DDR des Zwickauer Stadtarchivs, Porträtfotos von Peter Franke, die 1972 im Steinkohlenwerk Martin Hoop entstanden, und mit Objekten aus dem Berg- und Automobilbau (Heimat- und Bergbaumuseum Reinsdorf, August Horch Museum).

 

DAS AUGE DES FOTOGRAFEN
Industriekultur in der Fotografie
seit 1900
08.03. – 06.09.2020
Museum für Druckkunst Leipzig

Im Jahr der Industriekultur 2020 in Sachsen rückt das Museum für Druckkunst das Medium Fotografie in den Fokus, in dem sich die Vielfalt der Industriekultur hervorragend widerspiegelt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts dokumentierten Fotografen die sich rasch verändernde industrielle Gesellschaft und setzten dabei Mensch, Handwerk und Architektur in Beziehung. Die Industrie bot neue, unentdeckte Motive, während die Wirtschaft selbst Auftraggeber der Bildproduktion wurde. Die daraus resultierenden Fotografien sind bildliche Dokumente der Industriekultur- oft mit künstlerischem Anspruch.

Das Museum für Druckkunst ist als authentischer Ort der Industriekultur Ausgangspunkt für eine Reise durch die deutsche Fotografie seit 1900 bis heute. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei bedeutende Industriezentren: Mitteldeutschland und das Ruhrgebiet. Gezeigt werden über 100 Fotografien u.a. aus dem Atelier Hermann Walter (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig), von Hans Finsler (Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale), Evelyn Richter (Evelyn Richter Archiv der Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig) und Bernd und Hilla Becher (Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln), dem Historischen Archiv Krupp sowie bisher unbekannte Aufnahmen aus sächsischen Archiven und zeitgenössische Positionen.

Famos abgewickelt, 1990

Der Leipziger Fotograf Bertram Kober widmete sich in mehreren fotografischen Projekten dem ehemaligen Leipziger Industrieviertel Plagwitz. Die Idee für die Fotografien in den ehemaligen Werkshallen des VEB Famos erhielt Kober 1990 nach einem Treffen mit einer Frau, die als Sekretärin in genau diesem Betrieb gearbeitet hatte. Der VEB Famos war eine große Firma, bestehend aus zahlreichen Zweigbetrieben, von denen sich einer in Leipzig-Plagwitz befand.

aus dem Begleitheft zur Ausstellung >>>

TRANSMISSION
13.12.2019 — 11.1.2020
ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen

 

VERNISSAGE:
12.12.2019,
um 18 Uhr
mit einer satellitengestützten Kommunikation zwischen
Thomas Bille, MDR Kultur und Bertram Kober

 


Kulturpalast Dresden
Schloßstraße 2
01067 Dresden
www.zfbk.de


Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag
13 bis 18 Uhr

Here We Are Today
Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst

7.6. — 29.9.2019
Bucerius Kunst Forum Hamburg

www.buceriuskunstforum.de


Abbildung: aus dem Projekt "Goldbach"​​

Unter dem Titel Here We Are Today zeigt das Bucerius Kunst Forum paradigmatische Positionen der künstlerischen Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen unserer globalisierten Gesellschaft. Kaum eine andere Gattung der bildenden Kunst greift so unmittelbar aktuelle Themen des gesellschaftlichen Diskurses auf wie Videokunst und Fotografie, weshalb sich die Ausstellung auf diese beiden Medien konzentriert.

Gezeigt werden 80 größtenteils seriell angelegte Fotografien und sieben Videos, die sich auf die Themen Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital konzentrieren. Die Schau versammelt exemplarische Positionen von 15 bedeutenden zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern: Zarina Bhimji, Johanna Diehl, Samuel Fosso, Andreas Gursky, Pieter Hugo, Bertram Kober, Herlinde Koelbl, Eva Leitolf, Shirin Neshat, Marcel Odenbach, Erkan Özgen, Trevor Paglen, Peter Piller, Hito Steyerl und Tobias Zielony.
Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital – in diese fünf Kapitel gliedert sich die von Kathrin Baumstark kuratierte Schau. Die gezeigten Arbeiten geben den Gedanken, die wir alle zu diesen hochaktuellen Themen haben, ein Bild. Sie visualisieren die Fragen des Betrachtenden ohne jedoch eine Antwort zu geben bzw. geben zu wollen. Vielmehr wollen sie den Betrachtenden zum Hinterfragen der eigenen Position anregen. Die Fotografien und Videos prägen dabei eine sehr hohe Ästhetik, der wiederum die Inhalte konträr gegenüberstehen, sie berühren und hinterfragen zugleich die Sehgewohnheiten.

Here We Are Today zeigt künstlerische Positionen, die Kommunikation stiften, Empfindungen wecken sowie die Urteilskraft stärken. Es geht um Kunst, die Kenntnis mit Erkenntnis verwebt. Für dieses Anliegen eignen sich Werke besonders, die Lebenserfahrungen verdichten: Daraus entsteht Relevanz und Lesbarkeit. So findet sich in einigen Arbeiten, etwa von Shirin Neshat oder Samuel Fosso, ein Zusammenspiel der eigenen Biographie der Künstlerinnen und Künstler mit allgemeingültigen Fragestellungen. Und nicht zuletzt wird bei scheinbar nebeneinanderstehenden Themen wie Heimat und Verbrechen deutlich, wie eng die einzelnen Fragestellungen jedoch miteinander verzahnt sind.

Sacri Monti
Fotografien
von Bertram Kober
14. März – 24. Juni 2019

Kreuzkirche Dresden

 

 

Sacri Monti, heilige Berge, sind Kapellen und andere mit figuerlichen Darstellungen inszenierte Wallfahrtsorte im Norden Italiens. Neun von ihnen zaehlen seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe: Belmonte, Crea, Domodossola, Gehiffa, Oropa, Orta und Varello im Piermont sowie Ossucio und Varese in der Lombardei. Die Sacri Monti entstanden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, als traditionelle Pilderstaetten im Heiligen Land und Europa durch Kriege und materielle Hindernisse schwer erreichbar geworden waren. Die Darstellungen der Szenen aus dem Leben Christi und der Heiligen, die meist von unbekannten Kuenstlern geschaffen wurden, gaben den Gläubigen die Moeglichkeit, zentrale Inhalte des Christentums auf anschauliche Weise nachzuvollziehen. Neue Pilgerorte entstanden. Die ueberaus eindrucksvoll gestalteten Figurengruppen sind hervorragende Zeugnisse des europaeischen Manierismus.
Bertram Kober zeigt in seinem Fotoessay Bilder des bisweilen absurd anmutenden Figurentheaters.Wie schon in anderen seiner fotokuenstlerischen Arbeiten blickt er auch hier mit Hintersinn auf die Welt, blosse Oberflaechen interessieren ihn nicht. Er zieht den Betrachter in das Spannungsfeld der Szenerien der heiligen Geschichten. Der Leipziger Fotograf eroeffnet mit neuen Blickwinkeln und Lichtstimmungen diese besonderen Zeugnisse einer vergangenen Epoche fuer die Gegenwart.


Sacro Monte di Varallo
Nr. 20 (Ausschnitt)


Sacro Monte di Varallo
Nr. 21 (Ausschnitt)

Goldbach Rosia Montana
Fotografien
von Bertram Kober
13.10.– 1.11. 2018

Galerie Irrgang Berlin

www.galerie-irrgang.de

Rosia Montana, ist ein Bergbauort in Siebenbürgen im Nordwesten Rumäniens. Heute erscheint der Ort wie ein Dorf auf Abruf, also in einem Zustand des dazwischen seins. Die Vergangenheit, seit der Antike, war geprägt vom Goldbergbau. Nun scheinen die Vorräte für den konventionellen Abbau erschöpft. Kilometerlange Stollen erstrecken sich in den Bergen um das Talbecken. Als bekannt wurde, dass der staatliche Bergbaukonzern gemeinsam mit einem Kanadischen Partner nun doch wieder ein neues Abbauprojekt plant, regte sich Wiederstand. Ein ganzer Bergrücken direkt am Dorfrand gelegen, soll nun abgetragen und das vermahlene Gestein mit Cyanidlauge ausgewaschen werden. Im Nachbartal würde ein See aus Lauge entstehen. Wie das aussieht ist bereits im riesigen Kupfertagebau wenige Kilometer weiter zu betrachten. Nur ist dort der entstandene See nicht so giftig. Mich erinnert der heutige Zustand von Goldbach, das ist der deutsche Name von Rosia Montana, an ein Dorf südlich von Leipzig, meiner Heimatstadt. Im Jahre 1989 war das Dorf bereits zur Hälfte von seinen Bewohnern verlassen worden, weil es dem Braunkohletagebau weichen sollte. Die sogenannte Wende und der Untergang der DDR verhinderte nun die Fortführung des Braunkohleabbaus an diesem Ort. Das Dorf stand zur Hälfte leer. So prägen heute in Rosia Montana viele verlassene Häuser das Bild.


Bertram Kober, Goldbach
80 x 150 cm, 2017
Digitalprint kaschiert auf Alu, verglast gerahmt

Industriearchitektur
Ausstellung im
Saechsichsen Landtag

Industriearchitektur
Ausstellung im
Saechsichsen Landtag

Industriearchitektur
Ausstellung im
Saechsichsen Landtag

Buch:

Zu diesem Buch

Sachsens Industriearchitektur
Industrial Architecture in Saxony
Bertram Kober – Fotografien
Hrsg. von Katja Margarethe Mieth
für die Sächsische Landesstelle für
Museumswesen/Staatliche
Kunstsammlungen Dresden
184 Seiten, zahlr. farb. Abb., geb., Format:
24,5 x 29 cm, dt./engl., Preis: 24,95 €
erschienen im Verlag der Kunst Dresden

ISBN 978-3-86530-220-5

VISIBLE SOUND
Wenn aus Klängen Bilder werden

Ausstellung bis Juli 2019
Kunstkraftwerk Leipzig

Die Ausstellung „VISIBLE SOUND“ bildet den Auftakt der ersten neuen Ausstellungsreihe. „VISIBLE SOUND“ widmet sich der Visualisierung von einzelnen Tönen bis hin zu komplexen Kompositionen und wagt zugleich das Experiment, auch interaktive künstlerische Ansätze zu präsentieren, die den Ausstellungsbesucher in die Lage versetzen, das zu hören was er sieht, und das zu sehen was er hört.

Gruppenausstellung – weitere Infos unter:
www.kunstkraftwerk-leipzig.com

Beitrag von Bertram Kober:

TRANSMISSION, 2012 – 2014
Leuchtkasten, ø 65 cm

Das Thema aus einer anderen Perspektive betrachtet eine weitere Position. Sie ist als Ergänzung zu verstehen. Es handelt sich hierbei um die Visualisierung der drahtlosen Kommunikation des Fotografen Bertram Kober, subsummiert unter dem Titel „Transmission“. Kober unternimmt etwas Unsichtbares zu fotografieren. Er spielt mit der Vorstellungskraft des Rezipienten. Er interessiert sich für das „Eigentliche (...) dazwischen“, das, da unsichtbar, mit Hilfe von Sendern und Empfängern visualisiert wird. Kober bereiste für sein Projekt weite Teile der Welt und lichtete hierbei auch Sende- und Empfangsanlagen in einer zuweilen ungewöhnlichen Umgebung ab, wie zum Beispiel in Jindrichuv in Böhmen oder aber auf Palm Islands in Dubai.

TRANSMISSION

Buch

Bertram Kober ist deutschlandweit mit seinen Fotoessays bekannt geworden, die politische und kulturelle Verhältnisse in poetische wie brisante Bilder fassen. Auf Reisen durch zwölf Länder fotografierte er Sende- und Empfangsanlagen mit skulpturaler Präsenz und absurder Konstellation: Die Landschaft kann unberührt daherkommen, der Trubel die Großstadt überblenden. Bertram Kober blickt dahinter. Er präsentiert die Andockstellen der medialen Übertragung schonungslos und verweist auf deren Allgegenwärtigkeit. Die Öffentlichkeit unserer Übermittlungen – und damit eines Teils unseres Selbst – liegt als unsichtbare wie reale und brisante Folie hinter den Bildern.

Text: Dieter Daniels
Gestaltung: Caroline Kober
ISBN 978-3-86678-938-8
ca. 24,5 x 29 cm  Hochformat
ca. 112 Seiten, 45 Abbildungen
Hardcover, gebunden
deutsch / englisch

 

        

 

Der Fotograf Bertram Kober im Portrait,
in "Artour Kulturmagazin" des MDR vom 05.01.2012, 5:20 Uhr.
Die Sendung finden Sie